Haptonomisch Schwangerschaftsbegleitung
Die haptonomische Schwangerschaftsbegleitung besteht aus zwei Teile, die pränatale Begleitung (vor der Geburt) und die postnatale Begleitung (nach der Geburt). Die prä- und postnatale haptonomische Begleitung ist weit mehr als ein klassischer Geburtsvorbereitungskurs.
Sie begleitet werdende Eltern sowohl vor als auch nach der Geburt, mit dem Schwerpunkt auf der emotionalen (affektiven) Bindung zwischen Elternd und Kind.
Im Mittelpunkt steht die Frage:
Wie können Eltern miteinander und mit ihrem ungeborenen Kind eine tiefe, fühlbare Verbindung aufbauen?
Eltern lernen, sich gegenseitig auf ihre ganz eigene Weise zu unterstützen und füreinander da zu sein. Durch einen bewussteren Zugang zur eigenen Gefühlswelt entsteht ein feineres Verständnis füreinander und auch für das Kind.
Wenn wir stärker mit uns selbst in Kontakt sind, nehmen wir unsere Bedürfnisse, Ängste und Unsicherheiten klarer wahr. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Schwangerschaft und die Beziehung zum ungeborenen Kind aus.
Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen:
- Eine bewusste pränatale Bindung wirkt sich auch nach der Geburt positiv aus.
- Eltern fühlen sich ruhiger und sicherer
- Das Kind erlebt mehr Entspannung und Geborgenheit
- Das grundlegende Vertrauen (Urvertrauen) wird gestärkt
- Schwangerschaft und Geburt werden oft als weniger belastend erlebt
Eine besondere Rolle kommt dabei dem Vater zu:
Durch achtsame, affektive Berührung kann er seine Partnerin unterstützen, auch im Umgang mit Geburtsschmerz. Er hilft ihr, in Kontakt mit dem eigenen Körper zu bleiben und die Wehen bewusster zu erleben. Diese gemeinsame Erfahrung stärkt die Verbindung zwischen den Eltern und zum Kind.
Die nach der Geburt aufgebaute Beziehung bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung des Kindes.
Ein Neugeborenes kann seine Bedürfnisse noch nicht verbal ausdrücken. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Eltern nicht nur aus Wissen, sondern auch aus ihrem Gefühl heraus handeln. Unsicherheit oder Angst führen oft dazu, dass Eltern stark auf äußere Bestätigung angewiesen sind. Diese innere Unruhe überträgt sich jedoch auch auf das Kind.
In der Begleitung lernen Eltern:
- ihrem eigenen Gefühl zu vertrauen
- Sicherheit in sich selbst zu entwickeln
- ihr Kind besser zu verstehen
Diese innere Stabilität ist eine wichtige Basis für die gesunde Entwicklung des Kindes.
Ablauf der Begleitung
Ein guter Zeitpunkt für den Beginn ist ab der 20.–24. Schwangerschaftswoche.
Zu diesem Zeitpunkt sind die Kindsbewegungen gut spürbar und das Kind hat noch ausreichend Raum.
Themen in der pränatale Begleitung
- Bewusstwerden, Entspannung und Unterstützung in der neuen Lebensphase
- Aufbau einer emotionalen Bindung durch sanfte Berührung
- Wie Eltern sich gegenseitig unterstützen können
- Kontaktaufnahme mit dem ungeborenen Kind („in Beziehung gehen“)
- Wahrnehmen, wann das Kind Kontakt möchte – und wann nicht
- Die „innere Wiege“: Raum für das Kind schaffen
- Bindung und Loslassen
- Begleiten statt Erziehen
- Umgang mit Angst, Unsicherheit und Schmerz
- Möglichkeiten im Umgang mit Wehen (Eröffnungs- und Pressphase)
Themen in der postnatale Begleitung:
- Verarbeitung und Verstehen der Geburt
- Sich als Eltern neu finden und ergänzen
- Vertrauen entwickeln: „Ich muss nicht alles wissen“
- Das Kind lesen lernen – es zeigt, was es braucht
- Tragen, Heben und Halten des Kindes
- Dem Kind Raum geben, sich frei zu entfalten
- Begleitung und Unterstützung in seinen eigenen Möglichkeiten
- Stärkung des kindlichen Selbstvertrauens
- Den eigenen Körper nach der Geburt wieder wahrnehmen und integrieren
- Die Partnerschaft in der neuen Lebensphase bewusst gestalten
Dauer: ca. 60 Minuten pro Sitzung
Format: individuelle Begleitung für Paare
Kosten: 60 € pro Sitzung (pro Paar)
Umfang:pränatal: ca. 8–10 Sitzungen
postnatal:ca. 3–5 Sitzungen
Die haptonomische Begleitung lässt sich sehr gut mit klassischen Geburtsvorbereitungskursen oder Schwangerschaftsgymnastik bei Hebammen kombinieren.
Beides ergänzt sich auf wertvolle Weise.
